Platzierung von eigenen Coaching-Angeboten in lokalen Printmedien

Einleitung

Als Coach habe ich im Prinzip die Möglichkeit, meine Leistungen in zwei Formaten an den Mann (oder an die Frau) zu bringen: Ich kann mich wahlweise ganz auf meinen Kunden und seine individuellen Wünsche und Herausforderungen konzentrieren, das bedeutet ich agiere in einem offenen Raum. Oder ich beschäftige mich im Vorfeld mit den Wünschen und Herausforderungen einer ganzen Gruppe von Personen und entwickle dafür ein definiertes Format, das es mir idealerweise ermöglicht, schon mit vorgefertigten Lösungsansätzen in den Prozess einzusteigen.

Aus dem Leben entstanden

In einer Gruppe von Freunden diskutierten wir über die Problematik des Übergangs von der Berufstätigkeit zum Alter. Einige aus der Gruppe hatten diesen Schritt schon geschafft, empfanden ihn aber schon als einen wesentlichen Einschnitt in ihrem Leben. Bloß ist es oft so, dass man ein Problem erst erkennt, wenn es bereits da ist. So überlegten wir, ein Beratungsangebot für Menschen in dieser Situation aufzubauen und ihnen nahe zu bringen. Es sollte viele Menschen erreichen, und unsere Arbeit im Rahmen des Angebots sollte wertgeschätzt werden. Nach einigen Gesprächen über evtl. Inhalte kam mein Freund Herri Stoss auf die Idee, ein solches Angebot im Rahmen der Bürgeraktive oder des Hauses der Begegnung in Bad Vilbel anzusiedeln. Der Gedanke dabei: In einer bereits für ihren Austausch von gegenseitiger Hilfe bekannten Institution ist die Hemmschwelle zum ersten Kontakt einfacher zu überwinden und wir erreichen vielleicht schneller die Menschen.

Vom Haus der Begegnung wurde das Angebot gerne angenommen und wir direkt eingeladen, an einem Bürgertreff (Ausstellung der Vereine und Aktivitäten in Bad Vilbel) teilzunehmen. Aber die Reaktion vor Ort war eher verhalten – die Themen waren vielleicht in diesem Kontext noch zu wenig bekannt, die Idee einen Coach als Begleiter für diesen Prozess zu beauftragen zu „exotisch“. Entsprechende Reaktionen bekamen wir in den ersten Sprechstunden. Also war es notwendig, mehr nach außen zu gehen und zu erklären und dabei unser Format noch kompakter und griffiger zu machen. Wir begannen daher in einem ersten Schritt mit der Konzeption eines Workshops zu diesem Thema, den wir nach der Sommerpause im Oktober das erste Mal stattfinden soll.

(Wochenzeitschrift BadVilbel · Karben Nummer 143 – Seite 19)

Going Public

Der zweite noch viel wichtigere Schritt ist der in die Öffentlichkeit: Ein noch so gut gemeintes und attraktives Programm findet keine Abnehmer, wenn es nicht bekannt ist. So nahm mein Freund Kontakt mit einer ihm bekannten freien Journalistin auf, die er für unser Thema begeistern konnte.

Ein wenig gespannt war ich schon vor dem Termin, schließlich war es mein erstes Pressegespräch und ich hatte keine Ahnung, was auf mich zukommen würde. Wir trafen uns also im Haus der Begegnung und der Kontakt war schnell hergestellt. Frau Fauerbach fragte uns nach unseren Personalien, unserem Werdegang und vor allem nach dem Angebot und unserer Motivation. Da wir gut vorbereitet waren und unsere Zielrichtung transparent hatten, konnten wir ausführlich und klar antworten. Es war ein sehr angenehmes Gespräch mit Tiefgang, das durch einige Fotos vor Ort abgerundet wurde.

Wenige Tage später wurden wir informiert, dass der Artikel, den wir vorher nicht mehr gesehen hatten, bereits in der Wetterauer Zeitung veröffentlicht wurde! Mit einer verkauften Auflage von ca. 19 Tsd. Exemplaren und einer Reichweite von 65 Tsd. Lesern eine beindruckender Menge Menschen, die wir auf einen Schlag erreicht haben. Auch wenn der Artikel in dem Regionalteil für Bad Vilbel stand, wird er doch von vielen Menschen aus unserer Zielgruppe gelesen und es ist zu hoffen, dass er die gewünschte Wirkung zeigt.

Ich werde in Zukunft weiter aus diesem Projekt berichten und meine Erfahrungen mit Ihnen teilen.
Besuchen Sie mich auf www.ent-knoten.de!

Ganz konkret

Wie sollte ein Beitrag aufbereitet sein, dass ich mich damit bei einer entsprechenden Redaktion vorstellen kann?

Als allererstes muss der Text gut sein. Das meint nicht nur orthografisch einwandfrei, sondern vor allem leicht lesbar und inhaltlich interessant. Schauen Sie sich einfach mal andere Beiträge an, die in ihrem Zielmedium veröffentlicht wurden, dann bekommen Sie relativ schnell ein Gefühl für die mindest- bzw. maximale inhaltliche Tiefe und das Drumherum. Achten Sie bitte darauf, dass Sie den Anteil von Eigenwerbung für ihr Format oder Ihre Coachings in einem überschaubaren Rahmen halten. Der Mehrwert für den Leser wird für die Redaktion klar im Vordergrund stehen, ansonsten verweisen die Sie direkt an den Kollegen aus Anzeigenteil.

Apropos Drumherum: Die meisten Redakteure sind auch Gestalter. Das heißt, sie müssen die Zeitung nicht nur mit Text, sondern auch mit Fotos, die den Beitrag bebildern, Infografiken, die komplexe Sachverhalte erklären und sogenannten Kastenelementen, die Hintergrundinfos oder Checklisten für die Umsetzung geben, in eine Form bringen, das die Zeitschrift als Ganzes die Leser anspricht. Wenn man nicht wie in diesem Beispiel den Vorteil des persönlichen Kontaktes zu einer versierten PR-Beraterin hat, muss man diesen Teil eventuell selber leisten. Denn diese „Illustrationselemente“ zu besorgen oder zu erstellen ist für eine kleine Lokalredaktion mit einem oftmals nicht wirtschaftlich zu bewältigendem Aufwand verbunden. Wenn Sie das alles schon mitliefern, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Artikel publiziert wird, erheblich.

Bitte denken Sie Sie daran, dass Printmedien im Gegensatz zu ihrer Website mit einer Auflösung von mindestens 300dpi daherkommen. Auch wenn Sie z.B. schon Portraitbilder von sich haben, um einen Artikel damit zu bestücken, müssen Sie diese eventuell noch bei ihrem Fotografen in der passenden Auflösung oder für das Medium Print nachlizensieren. Genauso verhält es sich mit ihrem Logo oder Illustrationen, die Sie sich von einem Grafiker erstellen lassen haben. Wenn Sie Bilder von sich und einem Klienten „in Action“ zeigen wollen, benötigen Sie auch von dieser Person die entsprechende schriftliche Freigabe.

Fazit

  • Ein Coaching-Format zu konzipieren und sich erst nach Fertigstellung die ersten Gedanken zu Marketing und Vertrieb zu machen, führt mit Sicherheit dazu, das Sie Ihre ersten Workshops mit einer sehr übersichtlichen Anzahl an Teilnehmern durchführen werden. Denn diese Dinge brauchen einen gewissen Vorlauf. Idealerweise beginnen Sie mit den ersten Vertriebsmaßnahmen schon, wenn das Konzept soweit steht, dass Sie es Ihrer Zielgruppe mit den zu erwartenden Mehrwerten als greifbares Leistungsversprechen präsentieren können.
  • Wenn Sie als Coach eine lokale Praxis betreiben, und nicht wie ein Organisationsentwickler bei ihren Kunden in der Firma vor Ort wirken, können Sie davon ausgehen, dass ihre Kunden maximal eine Stunde Anfahrtsweg in Kauf nehmen. Daher wirken Sie mit einer Lokalzeitschrift genau auf Ihre örtlich begrenzte Zielgruppe und haben im Vergleich mit einem überregional erscheinen Fachblatt nur geringe Streuverluste.
  • Auch als Coach einen Beitrag in einer halbwegs seriösen Lokalzeitung oder einem spezialisierten Fachblatt zu platzieren ist bei weitem nicht so problematisch, wie man auf die Entfernung meinen könnte. Gerade Regionalzeitungen stürzen sich mit Begeisterung auf Beiträge, die einen Regionalbezug haben, einen Mindestmenge und -tiefe an Information und als Sahnehäubchen noch ein Thema mit Wohlfühlfaktor und einem konkreten Angebot für ihre Zielgruppe. Schließlich müssen die ja auch irgendwie ihre Zeitung vollbekommen um die noch freien Anzeigenflächen drum herum zu verkaufen. Und wenn es die Metzgerei um die Ecke mit ihrem „besten Azubi des Jahrganges 2014“ auf Seite 14 schafft, dann sollten Sie es mit ihrem wertvollen Coaching-Angebot noch weiter nach vorne bringen!

No comments yet.

Schreibe einen Kommentar