Expertenpositionierung für Coaches und Berater – Part IV

Auf Themenreise gehen

Simone Rückert (Name von der Redaktion geändert) ist Karriere-Coach. Anders als so manch ein Wald-und Wiesen-Coach, der von Gesundheit über agile Unternehmensführung bis hin zum Outdoor-Training alle möglichen Themen und Formate abdecken will, hat sie sich spezialisiert, und zwar auf das Coachen von Menschen in Veränderungssituationen. Ihre Positionierung in der Nische ist ihr gelungen. Doch wie kann sie von ihren Kunden als ernstzunehmende Expertin für Veränderungsprozesse wahrgenommen werden? Dass Fach-und Projektartikel in hochwertigen Print- und Online-Medien hierfür eine gute Möglichkeit bieten, weiß Simone Rückert bereits (Siehe Part III). Auch hat sie bereits die Medien ausgewählt, die von ihren Kunden oft und gerne gelesen werden. Unsicher ist die Change-Expertin bei der Auswahl und Aufbereitung der Themen: Was könnte den Redakteur meines Wunschmediums interessieren, und wie sollte ich ihm das Thema anbieten?

 

Gespür für Themen entwickeln

Grundsätzlich gilt: Ähnlich wie sich der Coach seinem Coachee verpflichtet fühlt, fühlt sich der Redakteur dem Leser verpflichtet. Das bedeutet, dass er nicht wahllos Themen aufnimmt, die oberflächlich interessant klingen, sondern er überlegt genau, was in das Konzept des jeweiligen Magazins passt. So bringen Fachzeitschriften i.d.R. Mediadaten heraus, also eine Art Themenplanung für das ganze Jahr, in der einzelnen Rubriken Schwerpunktthemen zugeordnet werden. Bevor Simone Rückert zum Hörer greift, sollte sie sich die Themenplanung online ansehen und möglichst auch regelmäßig einen Blick in die verschiedenen Ausgaben ihres Wunschmediums werfen. So kann sie ein Gespür für Themen entwickeln und sehen, wie ein Thema in welchen Formaten aufbereitet wird und welche Themen zu den eigenen Schwerpunkten passen. Wenn Simone mit dem Ansprechpartner aus der Redaktion Kontakt aufnimmt, sollte sie vermitteln, dass sie sich mit den Inhalten des Mediums beschäftigt hat. Der Blick in die Mediadaten hat für sie noch einen weiteren Vorteil: Sie bieten ihr einen guten Anknüpfungspunkt, um ein Thema für eine bestimmte Ausgabe anzubieten.

„Seit 2 Jahren arbeiten wir mit Frau Neumann zusammen und haben diverse Fachartikel durch sie veröffentlicht. Wir schätzen Ihre gründliche Recherche und ihre Fähigkeit komplexe Themen in verständliche Sprache zu übersetzen. Unseren Kunden schätzen unsere Präsenz in den Medien.“

Renate Franke, Geschäftsführerin, Trainerin und Facilitator, School of Facilitating (Berlin)

Themen zuspitzen

Simone setzt sich mit ihrem Beraterkollegen zusammen und macht ein Brainstorming –für die Themenentwicklung ist das ein gutes Vorgehen. Es fallen Begriffe wie: agiles Management, digitale Führung, Fusionen begleiten, interkulturelle Projektteams entwickeln – die Begriffe spiegeln das Leistungsspektrum des Unternehmens wider. Simone stellt sich vor, möglichst viele Leistungen in nur einem Artikel unterzubringen. Ähnlich wie bei einem von unzähligen Themen überfrachteten Seminar wäre auch der Leser überfordert. Und Redaktionen würden einen solchen oberflächlichen und werblichen Artikel zurecht ablehnen (Siehe Part III). Bevor die Expertin dem Redakteur ein Thema anbietet, sollte sie das Gedankengerüst für ein Thema erstellen und dabei folgendes beachten:

  • Das Thema sollte einen aktuellen Aufhänger haben
  • Für das Artikelangebot sollte ein kurzes Konzept bzw. Exposé mit Ziel, Inhalt und Nutzwert für den Leser erstellt werden
  • Das Thema sollte auf bestimmte Zielgruppen oder Unternehmenssituationen zugespitzt werden.

Simone kann nun ihre formulierten Begriffe zur Hand nehmen und daraus konkrete Themen für unterschiedliche Zielgruppen und Zielmedien entwickeln, z.B.:

  • Führungskräfte in einem Produktionsunternehmen coachen, das sich in eine agile Projektorganisation entwickeln möchte (Thema wird auf das aktuelle Thema „agile Führung“ und auf eine Branche zugespitzt).
  • Mitarbeiter in einem Produktionsunternehmen in Umbruchssituationen führen (Thema wird auf eine bestimmte Unternehmenssituation zugespitzt)
  • Interkulturelle Projektteams in Folge eines deutsch-französischen Mergers im Hinblick auf ihre Kommunikations- und Konfliktfähigkeit trainieren (Thema auf eine Mitarbeitergruppe, eine Unternehmenssituation und einen speziellen Trainingsschwerpunkt zugespitzt)

Zielmedien: z.B. Fachzeitschriften für Führungskräfte, Personalfachzeitschriften oder Fachzeitschriften rund um Produktion bzw. andere relevante Branchenmagazine.

Das Formulieren eines konkreten Themas hat für Simone neben dem Vorteil, dass sie es dem Redakteur besser „verkaufen“ kann, noch einen weiteren: Indem sie das Thema zuspitzt, erleichtert sie sich selbst die Arbeit: Sie hat einen roten Faden für ihre Geschichte, was ihr das Verfassen des Artikels erleichtern wird. Und sie zwingt sich dazu, in einen inhaltlichen Aspekt tiefer einzusteigen, anstatt viele verschiedene Themen nur oberflächlich anzuschneiden.

Weiterführende Informationen zum Thema PR für Coaches: www.dasmedienbuero.eu

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