Erfolgreiches Content Marketing – Eine Reise als Inspiration

Erfahrungsbericht zum Content Marketing

Die erfolgreiche Sammlung von Inspirationen für das eigene Content Marketing anhand des praktischen Beispiels eines befreundeten Coaches und deren konkrete Umsetzung in einem eigenen Blog.

– Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen –

Das bekannte Zitat steht am Anfang von Matthias Claudius Gedicht »Urians Reise um die Welt« aus dem Jahr 1786. Der genaue Wortlaut im Gedicht ist: »Wenn jemand eine Reise tut,/ So kann er was verzählen.« – Man verwendet das Zitat im Zusammenhang mit jemandes Erlebnissen auf einer Reise oder einer ähnlichen Unternehmung.

Als mein Kunde und geschätzter Freund Bernd von Lochow mir im September erzählte, dass er vorhatte einen Teil des Jakobs Weges zu gehen, konnte ich es mir nicht verkneifen, ihm als Arbeitsauftrag das Sammeln von Ideen und Inspirationen für seinen Blog mit auf den Weg zu geben. Wer diesen Weg beschreitet, tut das normalerweise sowieso nicht nur um eine schöne Zeit in seinem Urlaub zu verbringen und die Aussicht zu genießen, sondern auch um sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Diese „innere Reise“ produziert dann erfahrungsgemäß genau den Content, der es meinen Kunden ermöglicht, sich selbst, ihre Philosophie und ihren Blick auf die Welt authentisch darzustellen, ohne sich dem Kunden anzubiedern oder mit erhobenem Zeigefinger von der Kanzel zu predigen. Wer einmal mit dem Sujet der Reisetagebücher in Berührung gekommen ist, weiß, wie spannend es manche Autoren schaffen, den Blick auf das Außen mit der Sicht nach innen zu verbinden.

Im Gegensatz zum Surfen auf aktuellen Modethemen mit Hilfe von Google Trends, bei dem ich auf einen gerade fahrenden Trend-Zug zu einem momentan brandaktuellen Thema mit aufspringe, das mir Google vorgibt (kein Witz, ist eine bewährte Methode aus dem Content Marketing), liefert mir so eine Reise Inhalt für viele Artikel, die ich mit einem gemeinsamen roten Faden verknüpfen kann.

Nun könnte man meinen, dass Sie auf dem Jakobsweg auf ausgetretenen Pfaden wandern.
Viele haben diesen Weg beschritten, einer der bekanntesten der neueren Geschichte ist sicher Hape Kerkeling mit seiner Buchveröffentlichung: »Ich bin dann mal weg: Meine Reise auf dem Jakobsweg.« Mit diesem Buch hat er sicher viele inspiriert, es ihm gleich zu tun, sich bewusst eine Auszeit zu nehmen und sich für eine vergleichbare Erfahrung zu öffnen. Natürlich wäre es im Sinne des eigenen dauerhaften Wohlbefindens besser, sich jeden Morgen die 20 Minuten für eine Meditation zu nehmen, um dann entspannt und bewusst in den Tag zu starten, für viele von uns ist die Planung einer solchen Reise im Rahmen eines Urlaubs aber im hektischen und oftmals fremdbestimmten Alltag die einzige Möglichkeit, einen ernsthaften und intensiven „Termin mit sich selbst“ zu machen. Bezogen auf die Arbeit meiner Kunden im Coaching und der Psychotheraphie entspricht das der Entscheidung für den Aufenthalt in einer klinischen Therapieeinrichtung versus der Wahrnehmung einer Coachingsitzung einmal die Woche ;-).

Wenn Sie jetzt, während Sie auf Ihrer Reise ein Tagebuch führen, die Beiträge entweder direkt von Ihrem Smartphone aus auf facebook posten oder im Nachgang in Form von Artikeln auf Ihrem Blog veröffentlichen, wird Ihnen das helfen, das Erlebte noch einmal zu intensivieren, die gewonnenen Erkenntnisse zu integrieren, gefällten Entscheidungen Taten folgen zu lassen und Veränderungsprozesse zu starten. Wobei das Führen eines Tagebuches nicht nur während einer Reise, sondern auch für das ganz alltägliche Leben einen therapeutischen und heilsamen Effekt haben soll. Über sechzig Prozent aller jungen Frauen zwischen 15 und 24 Jahren schreiben Tagebücher, bei Männern sind es in diesem Alter ungefähr 20 Prozent. In späteren Lebensphasen nimmt man sich im Beruf und Alltag dann leider wenig Zeit, sich diesem Medium anzuvertrauen.

An ihre Stelle tritt heutzutage als moderne Form der eigene Blog oder spezielle Tagebuch-Communitys. Über Jahre hinweg konsequent betrieben, kann sich dann aus den Tagebüchern allmählich sogar eine vollständige Autobiografie entwickeln. Tagebücher über schwere, selbst erlebte oder miterlebte Lebenskrisen genauso wie geschriebene Texte zu Wendepunkten und inspirierenden Ereignissen für die eigene berufliche Karriere liefern dann nach vielen Jahren aus dem zusammengefassten und überarbeiteten Material der gesammelten Beiträge und Artikel den Stoff für ganze Bücher, wobei solche Veröffentlichungen von „Betroffenheitsliteratur“ bis hin zu Sozialreportagen und Ratgebern reichen.

Damit das Schreiben eines Tagebuches oder in Ihrem Fall das Führen eines Blogs einen positiven Effekt nicht nur für Ihre Kunden, sondern auch für Sie selbst hat, ist ein wichtiger Aspekt zu beachten:
Es ist etwas grundlegend anderes, ob man sein Tagebuch gerade schreibt oder aber es viele Jahre später wieder durchliest. Beides kann durchaus heilsam sein, der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Das Niederschreiben vor allem von traumatischen Erlebnissen muss nicht erlösend wirken. Der Schreiber suhlt sich manchmal stattdessen länger in seinem Unglück und kommt nicht davon los. Das spätere Durchlesen kann sogar zu einer Retraumatisierung führen.

Viele Menschen schreiben in ihrem Tagebuch jeden Tag über ihr Leben, ihre Gedanken und ihre Gefühle, und das machen sie nachträglich, d.h., sie beschäftigen sich mit ihrer Vergangenheit. Besser ist es jedoch, sich mit seiner Zukunft gestaltend auseinanderzusetzen, also einen Tagebucheintrag für den/ die kommenden Tag(e) zu verfassen und zu erarbeiten, wie man sich seine Zukunft vorstellt und anpacken möchte. Sie als Betreiber eines Blogs, der sich mit Coaching und Beratung beschäftigt, können daher gerne damit starten, dass Sie in der Retrospektive wahrgenommene Problemstellungen beschreiben, sollten sich in Ihren Artikeln und Beiträgen dann aber auf die Lösungsentwicklung konzentrieren und dazu (gerne auch gemeinsam mit Ihren Lesern) Strategien entwickeln.

Solche Beiträge nutzen Coaches erfolgreich für ihre Blogs und geben damit ihren Klienten nicht nur konkrete Hilfestellungen, sondern auch Einblicke in die eigene Persönlichkeits- und Denkstruktur sowie die eigene Motivation in der Rolle als Coach und Berater. Losgelöst von dem Marketing-Aspekt ist dies aus der Sicht Ihrer eigenen fachlichen Reflektion jedenfalls nur zu empfehlen. Bei andauerndem Einsatz beim Führen eines Blogs oder Tagebuches ergibt sich vielleicht sogar die Möglichkeit, irgendwann daraus einmal ein eigenes „System“ oder einen neuen Coaching-Ansatz zu entwickeln, indem man die im beruflichen Alltag angewandten Methoden verschriftlicht, immer wieder prüft und analysiert und damit auch zu einem entsprechenden Reifegrad weiterentwickelt.

Ich führe immer wieder Diskurse mit meinen Kunden, die nach jahrelanger Arbeit als Coach oder Berater entweder ihr gesammeltes interdisziplinäres Wissen und ihre Erfahrung zu einem verbesserten systematischen Ansatz für ihr spezielles Anwendungsfeld in Buchform gießen wollen oder sogar die Wahrnehmung haben, sie wären einer neuen Wahrheit auf die Spur gekommen, die zur weiteren Entwicklung eine größere Plattform auf Basis einer Buchveröffentlichung benötigt. Die Meisten scheitern dabei am eigenen Anspruch und damit einhergehend dem Mangel an Zeit und Ressourcen.

Meine Empfehlung für ihr Content Marketing und ein erfolgreiche Buchveröffentlichung ist dabei immer wieder dieselbe: Kleine Brötchen backen! Genauso wie man sich beim positiven, in die Zukunft gerichteten Schreiben eines Tagebuches für die kommenden Tage realisierbare Ziele setzen und „die Wünsche an das Universum“ klein halten sollte, so sollten Sie das Schreiben eines Buches mit einzelnen Kapiteln und nicht mit dem Vorwort und den Danksagungen beginnen. Dabei ist es für ein erfolgreiches Content Management oder eine geplante Buchveröffentlichung gar nicht notwendig, jetzt schon den roten Faden vor Augen zu haben. Genau aus diesem Grund schreiben Wissenschaftler und Forscher auch ein Laborjournal oder Forschertagebuch. Während es beim Labourjournal für die Zuerkennung einer wissenschaftlichen Entdeckung darum gehen kann, wer diese als erstes schriftlich dokumentiert hat, geht es beim Forschertagebuch um das Geflecht der Tätigkeiten, die nötig sind, um sich einer Problemlösung zu nähern. Es enthält also eine Sammlung von nicht linearen Einträgen, die erst im Nachgang geordnet und in die „richtige“ zusammenhängende Reihenfolge gebracht werden. Durch die frühzeitige Veröffentlichung solcher Beobachtungen und Gedanken in Ihrem Blog bekommen Sie auch Feedback und Anregungen sowie die ersten konkreten Hinweise, ob Sie auf der richtigen Spur sind. Sich dann im Nachgang mit dem über Jahre hinweg gesammelten Material noch mal die vier bis zwölf Wochen Auszeit zu nehmen, um dann alles in Buchform zu bringen, sollte für jeden meiner Kunden möglich sein.

Natürlich bedarf es eines gefestigten Charakters und menschlicher Größe, um sich in Form eines Blogs frühzeitig in die Öffentlichkeit zu trauen und sich potentiell auch Kritik und im Extremfall sogar Hohn und Spott auszusetzen. Womit wir wieder beim Helden meines Artikels wären:

Bernds neue Beitragsserie beginnt wie die klassische Hero-Story:

„Auch wenn es jetzt, im Oktober/November, schon recht fern scheint, haben wir in diesem Jahr eine besonders heiße Zeit erwischt (mehrfach bis 38°) und viele asphaltierte, schattenlose Wege. Anfänglich war ich mit der Frage beschäftigt, warum ich mir das antue, das drückende Gewicht des Rucksacks, den Schweiß unter dem Sonnenschutz und im Rücken, das bergauf, bergab des Weges, die schmerzenden Füße, das an Leistungsgrenzen Gehen…“

Ein gutes Storytelling ist ein Erfolgsgarant für einen spannenden Artikel. Und die Hero-Story, der klassische Plot, in der sich unser Held (Bernd) mit einer außergewöhnlichen Aufgabe (Beschreiten eines Teilabschnittes des Jakobsweges in fortgeschrittenem Alter bei sengenden Temperaturen) einer besonderen persönlichen Herausforderung stellt. Die Aufgabe in diesem Fall ist natürlich nicht, die „Damsel in Distress“ zu retten, sondern die Begegnung mit einer Stele die eine wahre Flut von Gedanken und Inspirationen auslöst:

„Da begegnete mir eine Stele mit folgendem Text:

Freiheit findest Du da, wo Du Dir in Wahrheit begegnest

Nach einigem Nachdenken/Philosophieren stellte ich fest, dass darin ein wesentlicher Teil der Motivation meiner Arbeit liegt.“

Die Beschäftigung mit dieser ureigenen Motivation kann in Zukunft unseren Helden Bernd und uns über eine jetzt beginnende Serie von Artikeln begleiten und uns Einblicke in seine Arbeit und damit einhergehend auch einen „Blick hinter die Kulissen“ ermöglichen. Dabei beginnt er mit den ganz basalen Fragen des Lebens: “Bin ich nicht frei? Wieso Freiheit finden? Und was heißt es denn, sich in Wahrheit zu begegnen? Was ist Wahrheit?” Mit Sicherheit genügend Material für die kommenden Jahre…

Auf seiner Reise hat Bernd dabei im Übrigen genügend Bilder mit seiner Kamera/seinem Smartphone geschossen, um damit seine ganze Serie zu bebildern. Während Schreibtischtäter wie ich dafür teilweise dreistellige Beträge bei Stockfotoanbietern lassen, kann er auf authentisches und einmaliges Material zugreifen, was es dem Leser ermöglicht, die Stationen seiner Reise aus seinem Blickwinkel zu betrachten und nachzuerleben.

Die Veröffentlichung seines Artikels als Primär- und (in vorher getroffener Absprache) meine Artikel dazu als Sekundärliteratur ist übrigens eine Sonderform des Blogtennis. Blogtennis ist im Content Management eine kollegiale Form des Bloggens, bei der Sie sich mit einem zweiten Blogbetreiber auf ein für Ihre beiden Zielgruppen interessantes Thema einigen und dann abwechselnd darüber berichten. Angenommen, Sie arbeiten beide in der Organisationsentwicklung und möchten sich mit der Entwicklung einer gelben oder türkisen Organisation am Beispiel von Laloux beschäftigen, dann bietet Ihnen dieses große und hochaktuelle Thema das Potential für diverse Artikel, die das ganze Entwicklungsgebiet aus verschiedenen Aspekten beleuchten und die Möglichkeit geben, dazu gemeinsam später ein Buch zu veröffentlichen.

Einer der großen Mehrwerte des Blogtennis ist für Sie dabei die gegenseitige Verlinkung der einzelnen Beiträge, die zusätzliche Aufmerksamkeit auf dem jeweils anderen Blog und die Chance, neue Leser für den eigenen Blog zu gewinnen. Wenn Sie dabei die Unsicherheit verspüren, ob Sie nicht eventuell eigenes Klientel für das operative Business in die Arme eines potentiellen Mitbewerbers treiben, dann nehmen Sie sich dazu einen Kollegen, der mindestens 200 Kilometer von Ihnen entfernt praktiziert. Kein Klient wechselt den Coach im Tausch gegen eine zwei- bis dreistündige Anfahrt ;-). Sollten Sie als Organisationsentwickler wie im oben genannten Beispiel europaweit tätig sein, kann Ihnen das natürlich trotzdem passieren.
Dann suchen Sie sich lieber jemanden wie mich als Partner, der in diesem Feld nicht selbst aktiv als Coach oder Berater tätig ist und im Idealfall alles nur aus der Metaperspektive betrachtet und kommentiert ;-)!

Fazit – auch auf die Gefahr mich zu wiederholen:

Nutzen Sie bewusst solche Gelegenheiten wie eine Reise, aber auch einen Kongress oder ähnlich planbare Ereignisse, um Inspiration und Material für Ihren Blog zu sammeln. Nehmen Sie sich das vor dem Antritt der Reise auch wirklich fest vor, und wenn Sie nur bewusst einen Notizblock und einen speziell dafür angeschafften Stift einpacken. Haben Sie keine Angst davor, dass Sie damit die Echtheit des Moments verwässern oder den eigentlichen Zweck der Reise verunglimpfen. Wenn Sie sich abends noch einmal hinsetzen und Ihre Erfahrungen und Eindrücke in Ihrem Reisetagebuch mit Blick auf eine mögliche Veröffentlichung festhalten, ist es wahrscheinlicher, dass sich Ihre Erfahrung festigt und intensiviert und Sie damit Ihre Selbsterkenntnis und Kreativität fördern. Erwarten Sie nicht sofort etwas Hochgeistiges à la Goethe oder Kafka von Ihrem (Reise-) Tagebuch. Wenn Sie Ihre Erkenntnisse im Anschluss für die Veröffentlichung in Form eines Artikels verdichten, werden Sie erstaunt sein, was Sie für sich gelernt haben und wie viele Anknüpfungspunkte Sie damit für andere bieten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß auf Ihren kommenden Reisen und würde mich freuen, etwas von Ihnen zu lesen.

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