Die blaue Karte

Das blaue Mem

Mythische Ordnung, konformistische Regeln.

Das Leben hat Sinn, Richtung und Zweck, mit angestrebten (aber oft niemals zu erreichenden) Ergebnissen, welche durch einen göttlichen Plan, ein allmächtiges Anderes oder eine vorgegebene Ordnung bestimmt werden. Von dieser gerechten Ordnung werden Verhaltensregeln auferlegt, die auf absolutistischen und unveränderlichen Prinzipien von “richtig” und “falsch” basieren. Das Verletzen dieser Regeln hat schwerwiegende, vielleicht auf ewig andauernde Konsequenzen. Das Befolgen der Regeln bringt Belohnungen für jene, die daran glauben. Das blaue Mem ist die Grundlage der Nationen des Altertums. Es herrscht vor in rigiden soziale Hierarchien und paternalistisch und dogmatisch geführten Gesellschaften. Es gibt einen einzigen – und nur einen einzigen – Weg, die Dinge zu betrachten. Blau steht für Recht und Ordnung. Es erwächst aus Rot und bändigt es durch Kontrolle der Impulsivität mit der Einführung des Schuldkonzeptes. In Blau steht das wortwörtliche Gesetz über allem, das durch Priester und Auserwählte interpretiert wird. Daraus erwächst ein fundamentalistischer Glaube und Gehorsam gegenüber den Gesetzmäßigkeiten der Ordnung, in der jeder seine Rolle und Aufgabe für sein Leben zugewiesen bekommen hat. Blaus ist stark konventionell und konformistisch, dabei aber auch oft “religiös” oder “mythisch” (im Sinne der mythischen Zugehörigkeit; Graves und Beck bezeichnen es als die heilig/absolutistische Ebene).

Vorkommen:

Im puritanisches Amerika, konfuzianisches China, Dickens’ England, Singapur Disziplin, Totalitarismus, Kodex der Ritterlichkeit und Ehre, wohltätiges Handeln, religiöser Fundamentalismus (z.B. Christentum und Islam), Pfadfinder, “moralische Mehrheit”, Patriotismus.

* © Christopher C. Cowan / Don Edward Beck: Spiral Dynamics: Leadership, Werte und Wandel – Eine Landkarte für Business und Gesellschaft im 21. Jahrhundert. J. Kamphausen Mediengruppe GmbH